Einblicke in die Zukunft der Verkehrsplanung – ein Schulklassengespräch mit Frau Prof. Dr.-Ing. Heike Flämig

Am 21.12.2015 konnten wir Besuch aus dem hohen Norden empfangen, Frau Prof. Flämig vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik an der TU Hamburg-Harburg war zu Gast. Die ehemalige Schülerin der Schule, die im Dezember 1983 ihr Abitur an der GHO ablegte, stellte sich den Fragen der Schüler/innen der Geografiekurse LK 12 (Heinecke, Schenker) und Profil 11 (Schenker, Siebenhörl).
Ausführlich erzählte Frau Prof. Flämig am Anfang der Veranstaltung ihren Karriereweg, der nicht immer geradlinig verlief und mitunter auch überraschende Wendungen zeigte. Sie konnte den Schülern und Schülerinnen damit Mut machen, dass man auch über Umwege zu seinem Traumberuf kommen könne. Eine Empfehlung hatte sie noch im Gepäck: Sie selber habe von ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau vor dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der TU Berlin sehr profitiert. Und auch für Studienabbrecher könne eine Ausbildung eine berufliche Sicherheit bieten.

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Im ersten fachlichen Themenblock des Gespräches beantwortete Frau Prof. Flämig Fragen zum Projekt „Hafen-City“ in Hamburg. Anschaulich erhielten wir Einblick in noch ungelöste Detailfragen; so scheint es noch nicht geklärt zu sein, wie die Fenster der teuren Lofts, die im Gebäude der Elbphilharmonie entstehen werden, regelmäßig gesäubert werden können, wenn sie durch die Rußemissionen der Kreuzfahrtschiffe schwarz werden. Sie stellte aber heraus, dass das neu entstehende Gebiet im Hafen durchaus alle Grunddaseinsfunktionen befriedigen werde und ganz klar zu einer Reurbanisierung führen könne. Auf der anderen Seite wurde allerdings die Bevölkerung nicht angemessen an der Planung beteiligt, und durch die hohen Bodenpreise werde es sicherlich zu einer Segregation kommen.
In Ihrer Bewertung aktueller Verkehrsprojekte ist Frau Prof. Flämig überzeugt, dass das Projekt „Stuttgart 21“ trotz vieler Verfahrensfehler im Vorfeld letztlich doch kommen und funktionieren werde. Überhaupt seien Tunnellösungen im Verkehrsbereich ideal, aber eben auch so teuer, dass sie selten realisierbar seien, wie auch der geplante Ausbau der Dresdner Bahn in Lichtenrade zeige.

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Weiterhin wurden Fragen zum Projekt „Effizienter Flughafen 2030“ in Hamburg thematisiert. Besonders wichtig sei hierbei die Anbindung des Standortes an das S-Bahnnetz. Auf die Frage nach Konkurrenz durch andere Flughäfen stellte Frau Prof. Flämig heraus, dass die Fertigstellung des BER aufgrund der Entfernung keine Konkurrenz darstellen werde. Das Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg werde jedoch sicherlich im Frachtbereich im Wettbewerb mit dem Flughafen Leipzig/Halle als Logistikstandort mit 24h-Betrieb stehen.

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Wir bedanken uns ganz herzlich für die ausführliche Beantwortung unserer Fragen und den sehr interessanten Einblick in aktuelle Forschungsfelder der Verkehrsplanung und Logistik, der durch viele Abbildungen verdeutlicht wurde. Ganz sicher wird der Fachbereich Geografie der Einladung zu einer fachlichen Exkursion durch den Hamburger Hafen folgen – wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
J. Heinecke