Heimweh nach Amerika?

Vom 3. bis 18. Oktober war eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern der GHO aus den 10. und 11. Klassen im Rahmen unseres Amerika-Austausches unterwegs nach Springdale, Arkansas. Dort haben sie als Gäste in amerikanischen Familien gelebt und den Schulalltag in der Har-Ber High School und der Springdale High School, unseren Partnerschulen, erlebt. Es gab Ausflüge an die University of Arkansas in Fayetteville, in das Cherokee Nation Heritage Center und für ein Wochenende nach Dallas. Es gab die Gelegenheit zu sehen, welch riesiges Ereignis High School Schulspiele des Footballteams darstellen, zu denen tausende Zuschauer kommen. Im Juni kommen die amerikanischen Austauschpartner zum Gegenbesuch nach Berlin und an die GHO. Die nächste Fahrt ist für den Herbst 2017 geplant.H. Gerlach

Unsere Erlebnisse haben wir in einem Blog dokumentiert, der weiterhin eingesehen werden kann. Von dort entnommen, werden hier das Fazit einer Schülerin und eines Schülers wiedergegeben:

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zeit in Amerika sehr interessant und erlebnisreich war. Ich habe viel über Amerika und die Lebensweise der Amerikaner gelernt. Wenn es möglich gewesen wäre, wäre ich auch gerne länger da geblieben, weil die amerikanischen Schüler und Amerika so “cool“ waren. Ich kann jedem, der Englisch mag und sein Englisch verbessern will, diese Reise nur empfehlen. Ich freue mich schon auf den Besuch von meinem Austauschschüler im Sommer.Nico Engler (10.13)

Als ich mich für diesen Austausch anmeldete, rechnete ich damit, dass es toll wird. Nach Amerika zu kommen, war immer ein Wunsch von mir. Und dann wurde er ermöglicht. Ich kam in Amerika an und nach nur einer Woche habe ich mich bei meiner Gastfamilie wohlgefühlt. Und damit meine ich richtig wohlgefühlt. Mit allen habe ich mich super verstanden! Mein Gastvater erinnerte mich sogar manchmal an meinen eigenen. Ich kann das, glaube ich, nicht beschreiben… Deutschland habe ich auf jeden Fall nicht vermisst. Nichts von all dem, von meinem „richtigen“ Leben. Aber Gründe gab es nicht. Ich hatte mit Hailey einfach so ein tolles Verhältnis, dass ich mich in keiner Sekunde nicht gut aufgehoben gefühlt habe. Als Hailey am letzten Abend meinte, sie würde nicht wollen, dass ich fliege, weil sie dann ihre neue Schwester verliere, war ich mehr als gerührt. Ich habe noch nie so eine Freundlichkeit wie bei meiner Gastfamilie angetroffen. Man muss sich das mal überlegen: Diese Menschen kannten mich nicht, ich war nur ein Mädchen aus Deutschland, vom anderen Ende der Welt, und sie haben sich so um mich gekümmert, als wäre ich ihre zweite Tochter (diese Bezeichnung kam von meiner Gastmutter!).
Alle Freunde von Hailey, die ich kennengelernt habe, waren sooo nett zu mir. Sie haben mich sofort aufgenommen, sodass ich mich richtig amerikanisch gefühlt habe.Vor allem in der zweiten Woche hatte ich das Gefühl, ich wäre einer von ihnen. Es entstanden sogar Insider-Witze. Ich glaube, ich werde nicht die richtigen Worte finden, um zu beschreiben, wieviel Glück ich hatte, meine Freunde in Amerika kennengelernt zu haben.
Was ist jetzt mein Fazit? Also, der erste Punkt ist, dass ich jetzt noch mehr Motivation habe, Englisch zu lernen. Ich will diese Sprache einfach perfekt beherrschen können. Der zweite Punkt ist, dass man, wenn man von Arkansas nach Berlin fliegt, einen so heftigen Jetlag hat, dass man bis 17.30 Uhr schlafen kann… Ja ja, ich fühle Amerika immer noch. Und der letzte Punkt: Ich habe erfahren, dass diese ständige Unfreundlichkeit, wie sie in Berlin herrscht, wirklich nur in meiner Stadt sehr ausgeprägt ist. Springdale ist das komplette Gegenteil und ich durfte zwei Wochen die Gastfreundschaft von Amerikanern erfahren und habe so Bekanntschaften gemacht, die hoffentlich ein Leben lang andauern. Ich muss gestehen, dass mir „meine Amerikaner“ richtig fehlen. Und damit hätte ich niemals gerechnet. Der Austausch hat mir sehr viel gebracht und vor allem: Tränen. Solch einen harten Abschied hatte ich noch nie. Es tat richtig weh, alle wieder zu verlassen, doch ich besuche Hailey wieder – meine „Schwester“!
Nele Paulig (11.1)

>springdale_15Die Reisegruppe der GHO vor dem Donald W. Reynolds Razorback Stadium in Fayetteville am 14. Oktober – bei über 30 °C: R. Puls, Hr. Gerlach, M. Kasdorff, R. Boltz, Ch. Kämmerer, L. Nielbock, L. Wallrath, N. Paulig, D. Isaak, J. Nüscher, M. Döhring, L. Salner, Fr. Felstead, L. Krmpotic, A. Maaß, R. Miethke, N. Engler, L. Zeilinger, N. Schätzlein, E. Diederich, S. Gehde und C. Drews.