Als wir zum ersten Mal von diesem Austausch erfuhren, waren wir sehr erfreut und sicher, dass wir gerne daran teilnehmen würden. Es war die perfekte Gelegenheit neue Erfahrungen zu sammeln, mehr von der Welt zu sehen, eine neue Sprache kennenzulernen und natürlich auch unser Englisch zu verbessern. Der Austausch ging nach Süditalien in die wunderschöne Küstenstadt Brindisi. Nachdem die italienischen Austauschschüler ihren Aufenthalt vom 18. Februar bis zum 16. März in Berlin hatten, waren wir an der Reihe, nach Brindisi zu reisen. Wir waren vom 14. April bis zum 18. Mai in Italien. Dana lebte bei Gabriele in Fragagnano und Fiona lebte bei Francesca in San Vito dei Normanni. Beide dieser Orte sind Kleinstädte, welche sich in der Nähe von Brindisi, die Stadt, in der die Schule „IISS E. Majorana“ lokalisiert ist, befinden.
Während unseres Aufenthalts sind uns viele kulturelle Unterschiede aufgefallen, vor allem in der Schule. Angefangen damit, dass die Schüler in der italienischen Schule ihren Lehrern oft sehr nahestehen. Sie umarmen ihre Lehrkräfte teilweise zur Begrüßung und haben deren Telefonnummern, um mit ihnen über WhatsApp beispielsweise Memes auszutauschen. Zudem ist die Organisation der Schule sehr anders als in Deutschland. Da die Schule über keine Mensa verfügt, kann man Unterrichtsstunden, die mitten im Tag sind, nicht ausfallen lassen. Wenn eine Lehrkraft fehlt, wird also der gesamte Stundenplan von dem Tag verschoben, was für einen sehr unübersichtlichen Schultag sorgt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir oft anderen Unterricht hatten, als es auf unserem Stundenplan stand. Ein sehr positiver Aspekt ist allerdings, dass die Schule sehr viele Ausflüge macht. An unserem ersten Wochenende sind wir z. B. mit der Schule nach Florenz gefahren und hatten in der gesamten Zeit auch einige Ausflüge in Brindisi.
Auch neu für uns war das Leben in einer Kleinstadt. Da wir beide bereits unser ganzes Leben in Berlin wohnen, sind wir sehr an das Großstadtleben gewöhnt, weshalb der Alltag in Süditalien erstmal sehr fremd war. Der ÖPNV war sehr unübersichtlich und schlecht ausgestattet. In der Stadt, in der Gabriele wohnt, fuhr gar kein Bus und allgemein war es sehr schwer, das ganze Bussystem zu verstehen. Es gab keinen Busplan und die Busse kamen nie regelmäßig. Zudem gab es in den Bussen keine Anzeige und die Stationen wurden auch nicht aufgerufen, wodurch man nicht wusste, bei welcher Haltestelle man sich gerade befand. Allein in einen Bus zu steigen, haben wir uns nicht getraut und waren deshalb nur mit unseren Austauschschülern in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Außerdem gab es in den Städten kaum Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten. Wenn man etwas unternehmen wollte, musste man mindestens eine Stunde, häufig länger, in eine größere Stadt fahren. Wie viel man am Tag unternimmt, war also sehr stark von der Gastfamilie abhängig.
Insgesamt lässt sich aber sagen, dass wir sehr froh sind, diese Erfahrungen gemacht zu haben und auch dankbar sind, dass wir die Möglichkeit dazu hatten. Diesen Austausch würden wir definitiv weiterempfehlen, da wir in der Zeit dort viel Spaß hatten, nette Leute kennenlernen durften und viel über die Unterschiede des Alltags in Süditalien und Berlin erfahren haben.

















